Archiv für Logik

Hume und die Vorstellungen

Posted in Philosophie with tags , , , , , on 27. November 2007 by sebastian

Ein nicht kleines Problem ergibt sich für mich bei Humes Konzeption der Vorstellungen, vielleicht begehe ich einen Denkfehler.
Kurzum: Wie kann er sein theoretisches System als Wissen titulieren? Anders gesagt: Gibt es Vorstellungen von Vorstellungen?
Alle Vorstellungen müssen, seien sie auch noch so komplex zusammengesetzt, auf einfachen Eindrücken basieren, um als Wissen angesehen werden zu können, ansonsten ist es „bloße Gewohnheit“ die uns zu Annahmen verleitet. Nicht dass diese Gewohnheit schlecht wäre, auf der Suche nach Wissen aber ist sie nicht brauchbar, sie sagt uns nur etwas über den Menschen aber nicht über die Wahrheit der Welt außerhalb. In diesem Sinne zeigt Hume auch, dass das Prinzip von Ursache und Wirkung auf Gewohnheit zurückgeht, dem Prinzip also letztendlich keine sinnlich wahrnehmbaren Eindrücke zugrunde liegen. Ähnlich geht er im Traktat mit dem Ich vor, schließlich ist jegliche Vorstellung der Kraft zwischen Körpern oder Geist und Körper nicht auf Eindrücke rückführbar.
Auf welchem Eindruck könnten die Vorstellungen basieren? Auf keinem? Wie kann er sein System dann als Wissen postulieren?
Ich habe einen guten Vorschlag dazu gehört. Er besagt, dass man es ähnlich wie mit der Logik machen müsse, und die Grundaxiome unhinterfragt glauben muss um innerhalb des Systems arbeiten zu können. In der Logik also muss man schon von vorne herein glauben, dass A gleich A ist. Aber diese Ansicht trägt schon der Erfahrung Rechnung, dass es womöglich keinen Objektiven Zugang zu einer Realität geben kann. Ich glaube nicht, dass Hume dies gedacht hat, aber im Nachhinein eine sehr interessante Zugangsweise.
Das Problem erinnert mich an Kants Darstellungen in der Kritik der reinen Vernunft und seinem ganzen Konzept von Wissen, von denen man, nimmt man seine These ernst, gar nichts wissen kann.

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Der ontologische Gottesbeweis

Posted in Philosophie with tags , , , , , on 25. Oktober 2007 by sebastian

Anselm von Canterbury hat mit diesem Versuch, die Existenz Gottes logisch zu untermauern, eine der größten Diskussionen losgetreten, die je geführt wurden.
Anselm lebte von 1033 bis 1109 in Frankreich und England. In einem seiner Hauptwerke, dem Proslogion, entwirft er ein logisches Programm um die Existenz Gottes zu beweisen.
Anselm meint, dass jeder sich etwas vorstellen könne, worüber hinaus Größeres nicht gedacht werden kann. Dieses Vorgestellte existiert im Verstand, denn alles was man sich vorstellen kann, existiere im Verstand. Aber es wäre doch noch vollkommener, wenn es auch in Wirklichkeit existieren würde, nicht nur im Verstand. Daher ist ein existierendes x vollkommener als ein vorgestelltes x. Daher existiert Gott, da er ja das ist, worüber hinaus man nichts Vollkommeneres denken können kann. In sich ist dieser Beweis recht schlüssig, es gibt nur zwei Probleme mit ihm.
Erstens: Ist Existenz eine Eigenschaft?
Dieses Gegenargument wurde schon zu Anselms Lebzeiten von einem Mönch Namens Gaunilo vorgetragen. Er meinte, dass man daraus folgern kann, dass die vortrefflichste vorgestellte Insel deshalb auch wirklich existieren müsse, weil man sie sich vorstellen kann. Anselm konterte recht dünn damit, dass dies nur auf Gott als Vollkommenstes Wesen zutreffe. Dieses Argument von Anselm wurde nicht sehr ernst genommen und so gab es eine lange Debatte, ob man die Existenz einer Sache zu deren Eigenschaften zählen kann oder ob sie nicht die Vorraussetzung für alle Eigenschaften darstellt.
Zweitens: Der Beweis ist eigentlich eine Tautologie. Sie besagt anders formuliert nur: Wenn Gott Gott ist, dann ist Gott Gott. Denn macht zuallererst schon die Annahme, dass es das Allervollkommenste gibt. Analytische Urteile a priori (um es mit Kant zu sagen) zeigen aber nur, wie man (momentan) einen Begriff definiert, sie fügen also nichts neues zu einer Sache hinzu.
Wenn man also die Annahme macht, dass es einen Gott gibt, dann folgt aus dieser Annahme auch logisch, dass es einen Gott gibt.