Auf dich haben wir alle gewartet!

Darum geht es nun.

Der Papst treibt sein Unwesen also in Afrika, als ob die Menschen es dort nicht schon schwer genug hätten. Aber diese Menschen haben ja „noch“ einen Geisterglauben, diesen Menschen muss geholfen werden lässt die Kirche verlautbaren – natürlich vom Papst und seinen Mannen. Armes Afrika. Diesen Menschen, die dem Geisterglauben verhaftet sind, müsse man die Herrlichkeit Jesu Christus zeigen. Ja, darauf haben sie gewartet.
Ich kann an diesem Punkt nicht umhin allgemeiner zu werden und eine Stelle aus der Enzyklika Fides et Ratio von Johannes Paul II zu zitieren:
„Daraus [aus neueren philosophischen Denkbewegungen, Anmerkung von mir] entstanden verschiedene Formen von Agnostizismus und Relativismus, die schließlich zur Folge hatten, daß sich das philosophische Suchen im Fließsand eines allgemeinen Skeptizismus verlor. In jüngster Zeit haben dann verschiedene Lehren Bedeutung erlangt, die sogar jene Wahrheiten zu entwerten trachten, die erreicht zu haben für den Menschen eine Gewißheit war. Die legitime Pluralität von Denkpositionen ist einem indifferenten Pluralismus gewichen, der auf der Annahme fußt, alle Denkpositionen seien gleichwertig: Das ist eines der verbreitetsten Symptome für das Mißtrauen gegenüber der Wahrheit, das man in der heutigen Welt feststellen kann.“ (Zitiert nach: RORTY, Richard & VATTIMO Gianni: Die Zukunft der Religion. S.22)
Ich persönlich möchte einige Fragen an diesen kurzen Ausschnitt der Enzyklika stellen: Welche sind jene Wahrheiten, die wir erreicht hatten, die entwertet wurden? Oder wer entscheidet, ab wann eine „legitime Pluralität“ zu einem „indifferenten Pluralismus“ geworden ist? Von welcher Warte aus will man entscheiden, ob Denkpositionen nicht gleichwertig seien? Und schließlich: Welche soll die Wahrheit sein, gegen die man solch ein Mißtrauen hat? Ich kann mir leicht vorstellen, dass eine so heftige Anklage gegen gewisse Denkbewegungen einen Vorschlag von Johannes Paul II umfassen wird, wie man es denn besser machen könnte. Die Antworten kann oder muss man sich hier zumindest selber denken, sie werden in diesem kurzen Ausschnitt nicht formuliert. Meiner Ansicht nach kann man sich natürlich denken, wo Johannes Paul II die „Wahrheit“ hier erkannt zu haben meint.
Der jetzige Papst ist deutlicher geworden: alle, die nicht wie sie denken – also Jesus anbeten – sind verwirrt und müssen gerettet werden. Solche arroganten Aussagen sind das schlimmste, was einer Religion passieren kann.
Wenn es das sein soll, worum es in der Religion gehen soll, dann bin ich der erste, der atheistische Buskampagnen und Verbannung von Religionsunterricht fordern würde. Aber ich bin trotz solchen dummen Aussagen des Papstes, dass man hier – wo es andere Meinungen gibt – keine „falsche Toleranz“ walten lassen sollte, optimistisch, dass sich der Kern dessen, worum es in der Religion (nicht der Theologie!) geht, retten und lieben lässt – wenn man es denn möchte.
Ich fände einiges daran spannend und interessant – aber bitte ohne Papst!

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