Fragwürdige Fragwürdigkeit

Ich möchte kurz auf diesen Beitrag antworten.

Meinem Erachten nach ist das ein Beispiel für sehr untertourig laufende Religionskritik, auch wenn ich einigen (zentralen) Thesen zustimme. Solch eine Religionskritik ist eine, die froh ist, etwas gefunden zu haben, wohin man die Schuld für alles Schlechte hinschieben kann, damit man sie nicht mehr vor der eigenen Haustür findet. („Es gab doch die Aufklärung, aber es ist noch immer kein Frieden, das muss diese prinzipiell gewalttätige Religion sein!“ Der Antagonismus von Religion und Vernunft ist einer, der eine Schuldzuweisung erleichtert. Oder die Geschichte mit den Busplakaten – warum sollte ich mein Leben nicht genießen, wenn ich an Gott glaube?)
Den Thesen, denen ich zustimme wären:
(1)    dass Religionsunterricht in der Schule durch einen Ethikunterricht ersetzbar sein muss.
(2)    Ich sehe ebenfalls die dringende Notwendigkeit, dass sich die Strukturpraxis der katholischen Amtskirche ändert. Da kann man gar nichts schönreden. Hier muss sich eine Menge ändern. Meiner Ansicht nach hat das, was heute in Kirchen passiert nur mehr am Rande etwas mit religiösen Erfahrungen zu tun. Aber das ist ein anderes Thema, wichtig hier zu erwähnen bleibt, dass meiner Ansicht nach religiösen Bewegungen keine politische Macht zugeteilt werden sollte.
Was daraus allerdings für mich keinesfalls folgt, ist eine Feindschaft zur Religion wie sie von sogenannten „Liberalen“ oder „Freidenkern“ gerne probagiert wird. (Christliche) Religion hat nach wie vor Sinn und gibt manchen Menschen auch Sinn. Welches Recht haben dann diejenigen, die der Vernunft folgen, anderen ihre Ansichten verleiden zu wollen?
Ich bin mir darüber im klaren, dass viele Menschen die Meinung vertraten, dass die Religion (welche das auch immer sei soll) abgeschafft werden sollte, aufgrund der schlechten Erfahrungen, die man mit ihr durch die Geschichte hindurch gemacht hat. („Oh Vernunft, Kreuzzüge!“, „Oh Vernunft, Hexenverbrennungen“ – auf der anderen Seite „Oh Gott, Keimbahnintervention!“ und „Oh Gott, Respektlosigkeit!“)
Ich kann diese Ansicht verstehen, nur blendet sie meiner Ansicht nach auch aus, dass mindestens(!) ebensoviel Gutes im Namen der Religionen geschieht und geschah. Abgesehen davon geben religiöse Sprachspiele Möglichkeiten zur Sinnfindung, die anderen Sprachspielen – zum Beispiel dem der Vernunft – einfach nicht offen stehen. Beim Thema des eigenen Todes oder des Sinn des Lebens beispielsweise konnte mir noch keine naturwissenschaftliche Antwort etwas befriedigendes Antworten. Darauf etwa zu sagen „Nach dem Tod ist halt nichts, man lebt nur im jetzt!“ blendet für mich zu viel aus. Für andere Menschen mag das anders sein, natürlich, aber das hilft mir persönlich nichts.
Hier sind dann auch die Grenzen der Vernunft verortet. Sie ist nur so lange vernünftig, so weit Andersdenkende sich ihr unterwerfen. Durch die Vernunft entsteht sehr viel Frieden, wenn alle anderen Menschen auch so vernünftig sind wie die eigene Gruppe. (Dasselbe fordert interessanterweise der Islam im Koran: Es wird totaler Friede sein, wenn erstmal alle Menschen zum Islam konvertiert sind.) Die Grenzen der Vernunft sind also dort, wo die Vernunft nicht mehr von allen Teilnehmern der Diskussion als alle vereinender Hintergrund anerkannt wird. Die Grenzen der christlichen Religion sind dort, wo JHWH nicht mehr von allen als der Schöpfer anerkannt wird. Meiner Ansicht nach wird es letztlich zwischen diesen beiden Sprachspielen keine vernünftige(!) Vermittlung geben können, ihre Grundprämissen sind zu verschieden. Doch beide müssen bestehen dürfen, beide haben Anhänger, die sich über ihre Zugehörigkeit definieren. Das einzige was die Jünger der Vernunft und die Jünger JHWHs hier eint, ist, dass sie etwas gefunden haben, das ihrem Leben Stabilität und Sicherheit gibt. Wünschenswert wäre, dass diese Gleichheit in aller Verschiedenheit zu gegenseitigem Respekt und Demut im Umgang führen sollte. Von beiden Seiten sind ursupatorische Übergriffe untersagt. Der Papst muss sich aus politischen Dingen heraushalten, die „Liberalen Freidenker“ aus religiösen. Keine Gruppe hat der Anderen zu sagen, dass es nur einen richtigen Weg gäbe (nämlich den eigenen).
Der Anstoß des Artikels ist allerdings viel naheliegender und nicht unbedingt mit Religion in Verbindung zu bringen: Niemand möchte gerne öffentlich beleidigt und diffamiert werden (Frau Winters Kommentar zum Islam ist ohne einen einzigen Paragraphen zu bemühen einfach eine plumpe und unsinnige Beleidigung, sie ist kein „Opfer der Religion“).
Es wäre schön, wenn §188 abgeschafft werden würde, wenn das bedeutet, dass man ihn nicht mehr benötigt, weil die sogenannten vernünftigen Menschen gelernt haben, mit den sogenannten religiösen Menschen zurechtzukommen und Rücksicht aufeinander zu nehmen und umgekehrt.

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6 Antworten to “Fragwürdige Fragwürdigkeit”

  1. 1. Dass du diesen Beitrag als Antwort auf meinen §188-Artikel siehst, verwundert mich doch zutiefst. Immerhin dreht sich dieser weder um eine allgemeine Kritik der Religionen, noch um eine des Christentums speziell, sondern lediglich des Gotteslästerungsparagrafen und seine heutige Anwendungsform. Ich bin mir deswegen gar nicht sicher ob es sinnvoll wäre, die Kritik an der (nicht vorhandenen) Religionskritik zu kommentieren, aber ich werde es wohl trotzdem tun.

    2. Ich gebe dir darin Recht, dass die Reduktion einer Religion auf ihre Untaten kein sonderlich vernünftiges Unterfangen ist – weswegen ich dies auch tunlichst vermeide. Vielmehr kritisierte ich in meinem Beitrag den Staat, der sich wie ein schützender Vater vor sein heulendes Kind stellt und dem bösen Jungen, der es mit Sand beworfen hat, eine Ohrfeige verpasst. Er ist ganz allgemein eher in einem realpolitischen denn grundsätzlich-philosophischen Licht zu sehen.

    3. Die Bus-Kampagne und den Nutzen der Religion betreffend muss man schon differenzieren. Natürlich können einzelne Glaubensinhalte dem Menschen Hoffnung und Zukunft bieten, die Erwartung eines göttlichen Paradieses nach dem Ableben ist da wohl das prominenteste Beispiel. Allerdings ist Religion (!) kein Do-it-Yourself-Baukasten, bei dem man sich die schönsten Elemente herauspicken, die drohende Hölle bei sündigen Vergehen im Diesseits aber völlig außer Acht lassen kann. Religion, wie sie schon seit vielen Jahrhunderten getätigt und gepredigt wird, ist eine Kombination aus unbelegten Heilsversprechung und Drohnung bei Missachtung der als göttlich eingestuften Regeln – und einer daraus folgenden Moral, die auf der Gunst der irdischen Vertreter eines ausgedachten Wesens basiert. Es ist also nicht verwunderlich, dass im Laufe der Jahre Beschreibungen, die früher für bare Münze genommen wurden, relativiert und anders gedeutet werden – und das nicht zwangsläufig deshalb, weil man eine bessere Übersetzung für das Neue Testament gefunden hat. Auch die bloße Existenz eines Ereignisses wie das Vatikanische Konzil untermauert diese Ansicht.

    Ich kann mein Leben also nur dann genießen, wenn ich entweder Atheist/Agnostiker oder Heuchler bin – und das in dem Sinne, als ich mir die guten Eigenschaften einer Religion zu Eigen mache, die negativen, restriktiven Elemente jedoch völlig ausblende, obwohl ich mich selbst als Anhänger dieser Religion bezeichne.
    Dass sich die Kritik in erster Linie auf Gott und nicht beispielsweise die christliche Kirche und ihre negative Einstellung zum diesseitigen Leben bezieht, hat plausible zwei Gründe:
    Erstens wären die Probleme wohl noch größer, wenn man spezifisch gegen die christliche Glaubenslehre inseriert und nicht den allgemein gehaltenen Text formuliert hätte. Auch das ist so eine realpolitische Sache: Leg dich mit der katholischen Kirche an, und du wirst deines Lebens nicht mehr froh.
    Zweitens ist es nun mal Fakt, dass viele Menschen den Glauben an einen Gott mit der personifizierten Vorstellung eines Übervaters verbinden, der einerseits über seine Schäfchen wacht, andererseits sie auch – spätestens nach deren Tod – bestraft für all die Sünden, die sie im Diesseits vollzogen. Ich bezweifle also, dass sich die Britischen Humanisten auch gegen einen Deisten in dieser Form aussprechen würden und nicht eher christlich gläubige Menschen mit ihrem althergebrachten Weltbild zum Nachdenken anregen wollten.

    4. Die Sache mit der Vernunft finde ich allerdings wirklich interessant. Es scheint fast so, als würdest du die Vernunft gleichsetzen mit religiösen Dogmen oder Axiomen, die man je nach Präferenz annehmen oder wieder verwerfen kann. Ich bin allerdings der festen Überzeugung (und ja, hier gibt es leider nur axiomatisches Denken), dass die Vernunft Teil jedes Menschen ist, sofern er nur gewillt ist sie zu gebrauchen. In Zusammenhang mit wissenschaftlichen Evidenzen ergibt sich daraus allerdings kein religiöses, sondern höchstens ein gläubiges Weltbild in Bezug auf unlösbare metaphysische Fragen, was mit Ethik aber recht wenig zu tun hat. Ich behaupte schließlich nicht es wäre unvernünftig zu behaupten, Abtreibung sei Mord oder Euthanasie etwas Verwefliches – solange diese Positionen mit humanen, also profanen Argumenten untermauert sind (was durchaus möglich ist). Als allumfassende Begründung ein ausgedachtes und gleichzeitig unangreifbares (weil nicht widerlegbares) Wesen herzunehmen, das noch dazu einer äußerst willkürlichen Charakterisierung unterworfen ist, ist für mich aber ganz bestimmt nicht Teil eines vernünftigen Diskurses.

    5. Dass du behauptest, der Papst müsse sich aus politischen Dingen ebenso heraushalten wie „die Liberalen“ aus religiösen ist eine Position, der ich absolut zustimme – auch wenn deine Begrifflichkeit von „Liberaler“ ziemlich stark von meiner abzuweichen scheint, gibt es doch auch genug religiöse Liberale. Was mit dem Blasphemieparagrafen jedoch Einzug in die österreichischen Gesetze gehalten hat ist genau das Gegenteil dessen: Eine untrennbare Verwobenheit von Religion und Öffentlichkeit, die die glaubensbezogene Neutralität des Staates aufhebt und gleichzeitig die Meinungsfreiheit ad absurdum führt.
    Allerdings gilt Obacht: „Heraushalten“ bedeutet für mich nicht, auf das Ausüben sämtlicher Kritik zu verzichten. Wenn ein Herr Schönborn die angeblich zu liberalen Abtreibungsgesetze kritisiert ist das als Teil der österreichischen Gesellschaft sein gutes Recht. Ebenso ist es aber auch das gute Recht eines jeden Nichtchristen, den christlichen Einfluss auf seine Mitmenschen in kritisches Licht zu stellen – denn es ist wohl unbestreitbar, dass gerade das Christentum (aber auch der Islam) eine jener Religionen ist, die auch nicht davor zurückschreckt, Menschen jeglicher Art zu missionieren und somit immer (oder zumindest solange sie diese Tätigkeit ausübt) Teil des öffentlichen Lebens sein wird. Wir sprechen hier schließlich nicht von einem autonomen Geheimbund, sondern von einer Religion.

    6. Selbstverständlich möchte niemand gerne öffentlich beleidigt werden, das ist nur allzu nachvollziehbar. Dennoch muss ein erwachsener, vernünftiger Mensch damit leben können, dass dies ab und zu – immerhin ja berechtigt und nicht willkürlich – der Fall sein kann und deswegen trotzdem kein Grund besteht, mit der Keule des Gesetzes auf den Beleidiger einzuschlagen. In dieser Hinsicht müsste man auch Menschen bestrafen, die das Wort „Schwein“ nicht nur als Teil einer Beleidigungsphrase verwenden, sondern zusätzlich die äußerst realen Lebewesen dieser Gattung tagtäglich ermorden und als Schnitzel auf den Teller bringen – denn ist es genauso plausibel dass ich ein Schwein oder die Schweinheit anbete, wie Andere einen Gott und seinen Sohn, der er selbst ist.

    7. Inwiefern eine Rücksichtnahme mit einer Kritiklosigkeit gleichzusetzen ist, ist eine interessante Frage. Noch interessanter ist allerdings die Frage, ob man auf alles, was jemals einem menschlichen Kopf entsprungen ist und dieser dann auch für wichtig hielt, wirklich Rücksicht nehmen muss. Ich bin der Ansicht dass im Zuge einer Liberalisierung der Gesellschaft auch durchaus Kritik (auch provokative) geäußert werden darf und soll, wenn es sich um Dinge handelt, die einem persönlich wichtig sind. Ich akzeptiere, dass religiöse Gefühle einen hohen Stellenwert bei manchen Leuten haben. Ich akzeptiere jedoch nicht, dass diese nicht dazu fähig sind sich selbst vor diversen sprachlichen und darstellerischen Angriffen zu schützen, sondern dafür den Staat und seine Gesetze beordern müssen. Das ist wirklich nicht die Art von Gesellschaft, die ich mir vorstelle.

  2. Zu Punkt 5 gilt noch zu ergänzen, dass §188 ja nicht nur die Bürger von Beleidigungen schützt, sondern auch ein wunderbares Mittel für Kirchenvertreter ist, Kritik mundtot zu machen. Das klingt nach Polemik, ist bei den von mir aufgezählten Fällen (und einigen anderen) aber meist der Fall, wenn man bedenkt dass die Klagen oftmals nicht von Privatpersonen, sondern von offiziellen Vertretern einer gewissen Religionsgemeinschaft angefochten wurden. Es fällt mir also umso schwerer einen Gesetzesparagrafen zu akzeptieren, der das Angreifen einiger Weltanschauungen verbietet und andere (wie beispielsweise den Humanismus) allumfassender Kritik legal aussetzen lässt.

  3. Ach, und noch was ganz und gar Profanes bevor es für mich ins Bett geht: Wäre nett, wenn du meinen Blog weiterhin, dafür aber mit der neuen URL (www.theflowersaregone.at) verlinken würdest. ;)

  4. Natürlich ging meine „Antwort“ über das bloße juristische Thema hinaus, ich wollte zu dem Hintergrund, vor dem diese Diskussionen zumeist verortet sind. Ebendiesen Hintergrund wollte ich kritisieren den ich beispielsweise sehr schön bei der selbstbenennung „Brights“ verwirklicht finde. Neben anderen Bedeutungen kennzeichnet man sich damit als der Intelligente, im Gegensatz zum religiösen. Das berührt auch die Frage, ob der Staat hier dermaßen schützend eingreifen sollte, was ich in diesem Fall mit „Ja“ beantworten möchte, du mit „Nein“.
    Die Wirklichen Unterschiede setzen aber hier ein, wenn du schreibst: „Allerdings ist Religion (!) kein Do-it-Yourself-Baukasten, bei dem man sich die schönsten Elemente herauspicken, die drohende Hölle bei sündigen Vergehen im Diesseits aber völlig außer Acht lassen kann.“
    Ich sehe keinen Grund, warum uns die Religion vorsagen sollte, wie sie zu befolgen ist. In gewissem Sinn ist meiner Ansicht nach jede Lebenspraxis ein Do-it-Yourself Baukasten. Ich denke es hätte große Vorteile für das allgemeine Glück der Menschen, wenn sie diese Sichtweise annehmen würden. Was sollte sie auch daran hindern? Das Wesen der Religion? Das liegt in seiner sozialen Struktur. Wenn die Amtskirche einem Gläubigen etwas vorsagt, was ihm nicht gefällt, dann kann er jederzeit aus der Kirche austreten und seine eigenen Baukastenvorstellungen umsetzen. Mir ist natürlich bewußt, dass das ein sehr positives Menschenbild voraussetzt und das wahrscheinlich sowieso nahe an die Vernunft heranrückt, die dir vorschwebt.
    Den wirklich großen Unterschied zwischen uns sprichst du aber in Punkt 4 an. Du denkst, dass die Vernunft ein Hintergrund ist, der alle Menschen verbindet und jeder Mensch würde zu denselben vernünftigen Ergebnissen kommen, wenn er diese, seine Vernunft benutzen würde. Ich hingegen denke, dass die Vernunft eine Art ist, Sätze nach Wichtigkeit zu ordnen, genau wie die Religion eine andere Ordnung vorschlägt.
    Ein kleines Beispiel: Für das Sprachspiel der Vernunft ist „Nichts passiert ohne Ursache“ ein basaler, unhintergehbarer Satz, den der „Vernünftige“ jeden Tag unzählige male in seinem Leben bewiesen sieht. Für denjenigen, der das Sprachspiel der Religion spielt gilt dasselbe für den Satz „Gott ist allmächtig!“. Diese beiden Sätze sind beide gleich fundamental, schließen sich aber in ihrem Notwendigkeitsanspruch gegenseitig aus. Sie gehören anderen Sprachspielen an. Keiner ist basaler, oder dem Menschen tiefer eingeschrieben als der andere.
    Weil wir hier nicht übereinstimmen, hast du ein Problem damit, wenn ich die Vernunft nicht als allem zugrundeliegend sehe, und damit die Religion nicht in ihrer fundamentalen Wichtigkeit entwerten möchte, die sie genau wie die Naturwissenschaft haben kann. Meiner Ansicht nach sind es zwei gleichwertige Sprachspiele, die Welt sagt uns nicht, welches wir spielen müssen. Vernunft ist, als Werkzeug betrachtet, sicher sehr nützlich, aber kein Werkzeug kann alle Aufgabenbereiche abdecken.
    Der Staatliche Schutz vor öffentlicher Beleidigung hat meiner Ansicht nach nur sekundär mit Religion zu tun. Für mich steht im Vordergrund, dass eine systematische Verleumdung, egal welcher Veranstaltung, gestoppt gehört. Dafür ist das Beispiel Winter sehr anschaulich. Ich wäre derselben Ansicht, wenn die Kirche Wissenschaftler verbannen wollen würde, auch hier muss der Staat einschreiten.
    Natürlich hast du recht – auch die Freiheit religiöser Menschen muss an der Freiheit seiner Mitmenschen enden – aber das schließt sich für mich nicht mit einem Schutz vor systematischer Diffamierung aus. Dass die Kirche keinen zensurierenden Gebrauch von dem § machen darf ist natürlich klar. Und dass der Schönborn ein Vollkoffer ist mußt du mir nicht sagen ; )

    (und die profane Aufgabe ist schon erledigt ; D)

  5. 1. „Religion, wie sie schon seit vielen Jahrhunderten getätigt und gepredigt wird, ist eine Kombination aus unbelegten Heilsversprechung“

    Also so wie der Kommunismus oder die Marktwirtschaft.

    2. „und Drohnung bei Missachtung der als göttlich eingestuften Regeln -“

    Also wie die Menschenrechte.

    3. „und einer daraus folgenden Moral, die auf der Gunst der irdischen Vertreter eines ausgedachten Wesens basiert.“

    Nach Ansicht der Religionsgemeinschaften basiert die Moral nicht auf den Menschen, sondern auf dem metaphysischen Sein. Eben so wie in allen Wissenschaftsbereichen auch. Willst du behaupten, das sei falsch? Gerne, dann aber bitte mit Belegen.

    Ich habe den Eindruck, du fandest die Ideologie einiger Religionen schlecht und hast dir erst im Anschluss die Argumente für diese Position gesucht. Ansonsten wäre dir aufgefallen, dass du deinen Religionsbegriff so modellierst, wie es gerade in der Argumentation passt.
    In 3. gehst du davon aus, dass das metaphysische Wesen lediglich ausgedacht und die Religion von „irdischen Vertreter“ determiniert ist. Meinetwegen. In 2. müsstest du folgerichtig nicht von „als göttlich eingestuften“, sondern von „als absolut eingestuften Regeln“ reden (Gott ist nach 3. schließlich nur ausgedacht). In diesem Fall wird das Argument jedoch zu einer Kritik an jedweder Welt/Wertvorstellung, was unlogisch ist, da du ja selbst nichts anderes machst, als eine Welt/Wertvorstellung dagegen zu setzen:

    „Ich kann mein Leben […] nur dann genießen, wenn ich entweder Atheist/Agnostiker oder Heuchler bin.“

    Im Übrigen widerspricht es mE der Definition des Agnostizismus, zu behaupten, dass metaphysische Wesen „ausgedacht“ sind. Nach all dem, was ich von dir lese, scheinst du ein missionierender Atheist zu sein. Und ich kann Missionismus nicht leiden.

  6. man merkt, wenn jemand, der mit Lingusitik vertraut ist, zu argumentieren beginnt… ; D

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