Žižek über das Selbstbild der Linken

„Das alte ’68er Motto ‚Seien wir realistisch und verlangen das Unmögliche!’ gewinnt hier eine neue, zynisch-finstere Bedeutung, in der möglicherweise ihre Wahrheit zum Vorschein kommt: ‚Seien wir realistisch: Wir, die akademische Linke, wollen kritisch erscheinen und gleichzeitig alle Privilegien in Anspruch nehmen, die das System bietet. Laßt uns das System daher mit unmöglichen Forderungen bombardieren: Wir alle wissen, daß sich diese Forderungen nicht erfüllen lassen, wir können uns also sicher sein, daß sich in Wirklichkeit nichts ändern wird und wir unseren privilegierten Status quo behalten werden!’“

aus: Slavoj Žižek – Die Puppe und der Zwerg

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3 Antworten to “Žižek über das Selbstbild der Linken”

  1. Naja, besser unmögliche Forderungen stellen, wovon ein Teil dann womöglich erfüllt wird, als gar nichts tun und auf der „Ist eh alles supa!“-Schiene laufen. (Oder alternativ auf der mit dem Titel „Lässt sich eh nix ändern!“.)

    Zudem: Wenn man sich ansieht, wie es in Deutschland in den 68ern zuging und wie heute, bin ich schon sehr froh über die damalige Studentenrevolte.

  2. Laut Žižek ist der Clou der Sache ja, dass die Forderungen der akademischen Linken auf ein „Ist eh alles super (für uns!)“ hinausläuft. Mit all diesen Forderungen können sie sich aber trotzdem als intelligent und kritisch betrachten (und werden auch großteils so aufgenommen).

  3. […] das ganz anders!“ Da mag etwas dran sein, ich möchte das mit einem Zitat beantworten, das man hier nachlesen kann, indem man aber „akademische Linke“ für diese zwecke durch „Katholiken“ ersetzen muss. […]

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