Auf Genauigkeit achten!

Erst heute wieder habe ich gemerkt, wie wenig ich vom religiös anmutenden Glauben an „Begriffsdefinitionen“ mancher Philosophieprofessoren im universitären Rahmen halte. Das ist eine Krankheit die vor allem aus der analytischen Richtung kommt, die die Wissenschaftlichkeit zur einzig richtigen Verwendung der Vernunft erklärt.
Natürlich ist es richtig und wichtig, die Begriffe die man benutzen möchte ausreichend klar macht, aber Wittgenstein hat meinen Punkt in „Über Gewißheit“ herausgestrichen: Alles Zweifeln, Erklären und Rechtfertigen hat einmal ein Ende. Interessante Gedanken dadurch auszubremsen, dass man sich über die scheinbar unzureichende basale Begriffsdefinition mokiert ist eher traurig und langweilig als eine „philosophische Tugend“.

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5 Antworten to “Auf Genauigkeit achten!”

  1. sethnacht Says:

    Was für ein Zufall, dein Artikel passt ganz gut zu meinem neusten Artikel den ich für einen Vortrag am letzten Wochenende vorbereitet hatte.

    Meines Erachtens sind Begriffe geprägt durch Interpretationen aus dem Willen Macht über etwas ( das begriffene) zu haben. Aus diesem Grund ist es für mich sehr wichtig Begriffe zu hinterfragen und deren Definition für mich klar zu stellen.
    Begriffe können Wertungen enthalten und/oder mögliche Ansichten unterdrücken bzw. beeinflußen.
    Ein praktische Beispiel wäre hier z.B. der von Wirtschaftsunternehmen gerne verwendete Begriff „Steuerlast“ welcher sehr negativ klingt, wenn stattdessen der Begriff „Gemeinschaftsbeitrag“ verwendet würde, sähe so manche Forderung der Industrie-Lobbiisten sehr komisch aus!
    Dieses einfache Beispiel zeigt welche Auswirkungen Begriffe im Alltag haben können. Aus diesem Grund ist eine gründliche Begriffsdefinition eine notwendige Grundlage für philosophische Diskurse.

  2. sethnacht Says:

    Nachtrag:
    Ein häufig verwendeter Begriff ist auch die „Würde“!
    Ich bin auf deine Definition dieses Begriffs gespannt.

  3. Laut meiner Meinung, die sich in diesem Fall wohl auch (eher zufällig) mit Nietzsches Ansichten deckt, können Begriffe nicht nur Wertungen enthalten oder bestimmte Aspekte unterdrücken, sondern darum geht es eigentlich, das ist ihr wahrer Sinn in der Verwendung.
    Was für mich wirklich interessant ist ist zumeist nicht die genaue Definition des Begriffs. Diese ist insoweit interessant, als dass man dann verstehen kann, worum es dem jeweiligen Verwender des Begriffes geht. Aber das eben wirklich spannende ist dann, warum der Sprecher den Begriff gerade so definiert hat, wie die Ideen und Zwänge aussehen die dahinter stehen, also was er damit erreichen kann oder möchte.
    Wenn man sich zu sehr auf den ersten Punkt beschränkt, hat man die von mir gemeinte Langeweile.

  4. Hi sebastian,

    bei deinem letzten Posting auf meinem Blog lautet einer deiner letzten Sätze: „Alles in allem sind die Methoden ja genial (sonst hätten sie sich durchgesetzt)…“

    Sollte es nicht heißen „NICHT durchgesetzt“? So wie der Satz da steht macht er keinen Sinn, soll ich das für dich editieren oder willst du´s selber mit einem neuen Post richtigstellen?

    lg,
    8

  5. oh jetzt hab ich verstanden. Ja ich wollte natürlich sagen, dass sich die methoden durchgesetzt haben, danke für den Hinweis : )

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