Parmenides und die Wahrheit

Dies ist der wahrscheinliche Gedankengang des Parmenides:

Die Mythen sind keine Wahrheit.
Die Empirie ist keine Wahrheit.
Das Denken ist keine Wahrheit.

Gibt es Wahrheit? Gibt es gesichertes Wissen?
Trotz der Distanz von Denken (Allgemeines) und Empirie (Einzelnes)?

Die komplette Übereinstimmung von Denken (Allgemeinem) und Empirie (Einzelnem) ist Wahrheit.
Wenn es einen Begriff gibt der mit einem Einzelnen komplett deckungsgleich ist. (Dann gibt es keine Ungewissheiten mehr im Bezug auf dessen Wahr-heit.)
Wenn es etwas gibt, das über Denken und Empirie gleichermaßen gesagt werden kann.

Was kann über Denken und Empirie gleichermaßen gesagt werden was immer wahr ist?
Das es ist!

Abstrakter Begriff des Einen Seins, er ist Begriff und Einzelnes.

Nichtsein kann es nicht geben, sonst ist Sein keine wahre Verbindung von Denken und Empirie mehr und somit keine Wahrheit mehr. Wenn Denken und Empirie nicht ganz übereinstimmen kann es keine Gewissheit geben.

„Das Sein ist.“ ist gesichertes Wissen. Es ist Wahrheit, alles andere ist Schein.

Parmenides erkannte die Lücke zwischen denkendem, transzendenten Menschen und immanenter Dingwelt. Um diese Lücke zu schließen, mussten Denken und Seiendes den selben Hintergrund haben – so konnte man von der Dingwelt mittels des Denkens zu Erkenntnis gelangen. Wäre keine Erkenntnis möglich, wäre die Lücke nicht geschlossen. Seine Weise die Lücke zu schließen war das Auffinden eines gemeinsamen Nenners von Denken und Seiendem – dem einen, abstrakten Sein.
Diese Position hat natürlich Konsequenzen, mit denen sich die abendländische Philosophie bis heute abplagt. Genau gesagt könnte man also, konfrontiert mit der Frage “Ist das ein Stift?” nur antworten “Höchstwahrscheinlich!”. Nur auf die Frage “Ist das?” könnte man guten Gewissens mit “Ja” antworten. Der Begriff der Wahrheit ist nach wie vor ein Problem, genau wie der des Denkens und der des Seins. Auch gab es mit Parmenides das hier schon besprochene Problem, dass es eigentlich keinen Schein gibt, denn er gibt vor etwas zu sein, was er nicht ist. Dagegen hat Platon dann im Dialaog “Sophistes” ein relatives Nichtsein eingeführt, um die Sophisten dem Scheinwissen überführen zu können.
Auch kommt durch den Einfluss, den Pythagoras auf Parmenides hatte, wieder stark die Abwendung von der Dingwelt herein. Damit verbunden ist die Hinwendung zur Welt des Denkens. Das Wirkliche ist seither der Begriff, die Idee, das Wesen und so weiter. Empirie ist zu bloßem Erscheinenden geworden.

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