Parmenides und die Transzendenz

Parmenides hat in seiner Philosophie erkannt, dass der Mensch wesenhaft denkend ist. Daraus ergibt sich ein Problem, eine Verzweifachung der Wirklichkeit, wenn man die Wahrheit sucht.
Parmenides erkannte die Transzendenz als Grundbestimmung des Denkens. Das bedeutet, dass wir alles was uns sinnlich unmittelbar erscheint „übersteigen“ können. Wir können die Situation transzendieren, dass hier ein Stift liegt. Transzendent daran ist der Begriff „Stift“ der ein Allgemeines darstellt, unter das dieser eine besondere, sinnlich Wahrgenommene Stift fällt. Dass wir den Begriff mit dem Ding verbinden können, oder Ideen haben was wir damit machen können, oder Träume damit haben – das alles ist Transzendenz.
Und hier beginnen alle Möglichkeiten und Probleme. Denn wenn man, wie Parmenides es tat, die Wahrheit sucht – wo soll man zu Suchen anfangen?
In der sinnlichen Wahrnehmung alleine ist Wahrheit nicht zu finden. Also bleibt nur noch das Denken über. Das Denken sucht immer mit der ihr angeborenen Fähigkeit zur Transzendenz nach dem Allgemeinen im Einzelnen. Um zur Wahrheit zu gelangen muss also das sinnlich Gegebene, transzendiert werden. Es muss also mittels dem Denken das Allgemeine im Einzelnen Ding gefunden werden.
Die Fähigkeit zur Transzendenz die der Mensch durch das Denken erhalten hat, führt zu einer Distanz zwischen ihm und der Natur. Er kann zu allem in Distanz treten und so Entscheidungen treffen die sich auf das Immanente beziehen.

Der Ort der menschlichen Freiheit, der wohl hier angesiedelt ist, wurde also durch Denken und Benennen der Dinge geschaffen. Denn nun kann man einzelne Dinge transzendieren, dass heißt in einen praktisch unendlichen Raum (den der Transzendenz) erheben und erkennen dass es einen Begriff gibt, unter den der Gegenstand fällt (= Benennen). Einen Stift benutzen ist etwas ganz anderes als die Aussage: “Das ist ein Stift“. Wer diese Zuweisung macht hat den transzendenten Begriff des Stiftes und kann das Allgemeine im Einzelnen erkennen. Mit einem Stift kann man schon ganz Einiges vor haben. Freiheit ist, wenn man mit Gegenständen etwas vor hat, einen Plan verfolgt. Freiheit ist, wenn es Absicht gibt.

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