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	<description>...über Gedanken</description>
	<pubDate>Sun, 22 Jun 2008 22:45:02 +0000</pubDate>
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		<title>Der Baum der Erkenntnis</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Jun 2008 22:45:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sebastian</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Den Mythos von Adam und Eva fand ich immer schon in gewisser Weise spannend. Er ist sehr vielschichtig und immer für neue Interpretationen gut. In einem Seminar hörte ich nun noch eine, die mir gut gefiel.
Ich las den Mythos immer „pubertär“. Gott wollte dem Menschen das Wissen verwehren, damit er ihn leichter kontrollieren kann, damit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">Den Mythos von Adam und Eva fand ich immer schon in gewisser Weise spannend. Er ist sehr vielschichtig und immer für neue Interpretationen gut. In einem Seminar hörte ich nun noch eine, die mir gut gefiel.<br />
Ich las den Mythos immer „pubertär“. Gott wollte dem Menschen das Wissen verwehren, damit er ihn leichter kontrollieren kann, damit der Mensch Gott Unterlegen und Untergeben ist. Was vielleicht einmal auch in diese Richtung gedacht war, als Darstellung der prinzipiellen Andersartigkeit im Wesen, ist nach neuerer Leseart auch positiver zu interpretieren.<br />
So wies ein Professor darauf hin, dass Gott, seiner Meinung nach, mit dem Verbot in etwa gemeint hat „Geht nicht den leichten Weg der Abkürzungen. Strengt euch an, benutzt, was ihr bekommen habt, um aus euch durch eigene Anstrengung etwas zu machen. Durch die Anstrengung wird das was ihr erreicht habt umso süßer schmecken. Das ist natürlich mühsamer und man muss sich so manchen Genuss verwehren, aber im Endeffekt  führt es zu einer Freude, die dem Menschen wesenhaft eigen ist und die ihn am meisten erfüllt. Mehr noch als Äpfel.“<br />
Ich bin mir ziemlich sicher, dass das eher eine moderne Leseart der Geschichte ist, die ursprünglich überhaupt nicht intendiert war. Aber so eine Bedeutungsänderung über eine so lange Zeit muss doch auch möglich sein. Diese, für mich neue, Bedeutung gefällt mir viel besser und wenn ich an einen Gott glauben sollte (könnte / würde), dann wäre es ein Gott, der so etwas sagen würde.</p>
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		<title>Religion als Hobby?</title>
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		<pubDate>Sat, 24 May 2008 23:27:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sebastian</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Nachstehender Text beschränkt sich großflächig auf die Religion „Christentum“, die Idee der Privatisierung gilt aber für alle Religionen.
Analytische Philosophen äußern sich aktuell recht spärlich über Religion. Eine Ausnahme stellen (Neo)Pragmatisten und Hermeneutiker dar, im Allgemeinen eher Philosophen, die der „ordinary language philosophy“ angehören. Denn bei diesen kann die Religion leicht in das normale Leben der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">Nachstehender Text beschränkt sich großflächig auf die Religion „Christentum“, die Idee der Privatisierung gilt aber für alle Religionen.<br />
Analytische Philosophen äußern sich aktuell recht spärlich über Religion. Eine Ausnahme stellen (Neo)Pragmatisten und Hermeneutiker dar, im Allgemeinen eher Philosophen, die der „ordinary language philosophy“ angehören. Denn bei diesen kann die Religion leicht in das normale Leben der Menschen integriert werden – es ist ein Sprachspiel unter vielen, das gespielt werden kann, aber nicht muss.<br />
Ganz in diesem Kontext stehen sich hier zwei Meinungen gegenüber.<br />
Soll die Religion privatisiert werden, also quasi zu einem Hobby werden, oder soll sich die klerikale Struktur weiterhin in politische Aspekte, die das Leben aller bestimmen, einmischen?<br />
Ich denke, dass letztendlich die Befürworter einer Privatisierung die besseren Argumente haben. Auch wenn es auf den ersten Blick ein wenig so wirkt als wolle man die Religion verbannen, würde eine privatisierte Religion doch auch Vorteile genießen. In einer liberalen Demokratie darf der Staat in die privaten Freiheiten des Menschen nicht eingreifen, sie nur dort regulieren, wo eine private Freiheit die privaten Freiheiten anderer einschränkt. In diesem Sinne hätten Menschen, die zuvor der Institution „Christentum“ angehörten, keine Probleme mehr mit Kondomen, mit gleichgeschlechtlichen Ehen, mit dem Zölibat und so weiter. Denn in seinem Privaten Bereich darf jeder Leben wie er es für richtig hält – manche können predigen und dabei eine Frau lieben, andere entscheiden sich für das Zölibat, etc.<br />
Die Religion – sprich die Amtskirche - müsste natürlich auf der anderen Seite einsehen, dass ihr allgemeiner Einfluss, ihre Macht und ihr Geld nicht der Sache der „liberalen Religion“ entsprechen. Auch Werte dürften beispielsweise nicht mehr religiös begründet werden.<br />
In der heutigen Zeit – dem Zeitalter der Interpretation – gilt z.B. für Richard Rorty die Nächstenliebe höher als die Religion, die diese Nächstenliebe stark gemacht hat. Natürlich hat das auch damit zu tun, dass Rorty sich als „religiös unmusikalisch“ bezeichnet.<br />
Ich denke auch, dass die Nächstenliebe allgemein dem Zusammenleben aller Menschen per se hilft, die mystische Komponente der Religion hilft denen, die sich angesprochen fühlen – aber eben nur jenen. Jeder darf die Hobbys haben, die ihm gefallen und erfüllen. Eine „mystische Religion“ die diejenigen, die sie frei ausüben erfüllt, das wäre doch etwas Schönes.</p>
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		<title>Tugendethik</title>
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		<pubDate>Tue, 13 May 2008 22:10:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sebastian</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Bei der Nikomachischen Ethik des Aristoteles handelt es sich um eine so genannte Tugendethik. Tugenden sind Haltungen, oder besser Dispositionen zu Handlungen, die längerfristig und im Kontext gesehen werden müssen.
Dieser Ansatz erscheint mir alleine deshalb schon eine gute Möglichkeit (unter Anderen), dem Dilemma der Prinzipienethik zu entgehen. Ich möchte Kant als Beispiel nennen. Hinter Kants [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">Bei der Nikomachischen Ethik des Aristoteles handelt es sich um eine so genannte Tugendethik. Tugenden sind Haltungen, oder besser Dispositionen zu Handlungen, die längerfristig und im Kontext gesehen werden müssen.<br />
Dieser Ansatz erscheint mir alleine deshalb schon eine gute Möglichkeit (unter Anderen), dem Dilemma der Prinzipienethik zu entgehen. Ich möchte Kant als Beispiel nennen. Hinter Kants Vorstellung der Ethik steht ein kontextunabhängiges Gutes, das objektiv sittlich gut ist. Dass es unmöglich scheint zu einer objektiven, kontextunabhängigen Hinterwelt zu gelangen, indem wir unseren Standpunkt transzendieren, davon bin ich, sozusagen als Prämisse, überzeugt.<br />
Die Antwort die Aristoteles auf die Frage nach dem gesollten gibt, könnte man als die „Lehre von der Mitte“ bezeichnen. Die Tugend ist das angemessene Handeln im Einzelfall, nicht eine ewig wahre, objektive Vorgabe. Diese Angemessenheit ist immer die Mitte zwischen zwei Extremen, die in der jeweiligen Situation schlecht wären. Insofern gleicht dies den hypothetischen Imperativen Kants, da die beiden Extreme nicht an sich schlecht sind, sondern im Bezug auf eine besondere Situation, in der sie zu einem schlechteren Ergebnis in Sachen Glückseligkeit führen würden. (Hier setzt im Übrigen auch der Utilitarismus eines Mill an)<br />
Aber bei Kant wie bei Aristoteles gibt es etwas, dass kontextunabhängig erstrebt wird (werden muss), um seiner selbst Willen. Der Unterschied ist nur, dass es bei Kant eine Sache der Vernunft ist, bei Aristoteles ein Gefühl. Bei Aristoteles kann man (zumindest geht es mir so) leichter nachvollziehen, warum das, welches von allen erstrebte werden soll auch von allen erstrebt werden kann. Es hat einen Hauch von einem späteren Kontraktualismus, welchen ich im Übrigen für die brauchbarste moralische Theorie halte.<br />
Eine Ethik wie die Kantens, die den Egoismus und die Neigungen vollkommen ausklammern will, entspricht einfach nicht der Realität in der wir leben. Aber auch innerhalb eines Kontraktualismus kann die Aristotelische Lehre von der Mitte einen guten Leitfaden abgeben. Nur aus Prinzipien kann eine Ethik nicht bestehen, aber wohl auch nicht ganz ohne sie.</p>
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		<title>Ein Heer von Metaphern</title>
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		<pubDate>Mon, 21 Apr 2008 22:57:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sebastian</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

		<category><![CDATA[Nietzsche. Metaphern]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Bezug auf Nietzsche muss ich meine Meinung wohl in Sachen Wahrheit revidieren. Bei ihm sah ich bisher das unumstößliche Problem, dass er mit einem Gefühl der Sicherheit (so als wäre es die Wahrheit) sagen würde, dass es keine Wahrheit gäbe. Nun bin ich zumindest Unsicher ob ich das nicht zu grob gesehen habe.
In „Über [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">Im Bezug auf Nietzsche muss ich meine Meinung wohl in Sachen Wahrheit revidieren. Bei ihm sah ich bisher das unumstößliche Problem, dass er mit einem Gefühl der Sicherheit (so als wäre es die Wahrheit) sagen würde, dass es keine Wahrheit gäbe. Nun bin ich zumindest Unsicher ob ich das nicht zu grob gesehen habe.<br />
In „Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinn“ betont Nietzsche, dass alles Sprechen Rhetorik ist. Alles Sprechen über die Dinge spielt sich also nicht in einem objektiven Abbildeverhältnis ab, sondern wir haben es mit den Dingen in und als Metaphern zu tun. Aber, dass alles auf Metaphern beruht, das haben wir vergessen, mussten wir vergessen, denn sonst hätte uns der bohrende Zweifel der Relativität weiterhin geschwächt.<br />
Wenn wir mit der Absicht des Erkennens an ein Ding herantreten, dann wollen wir etwas von diesen Ding, zumeist Sicherheit. Kontemplative, konsequenzlose Erkenntnis interessiert uns gar nicht – wir wollen Objektive Wahrheit nicht, wir wollen unsere Nöte beseitigen.<br />
In dieser nachgelassenen kurzen Schrift findet sich auch die berühmt-berüchtigte Definition der Wahrheit als ein Heer von beweglichen Metaphern. Nun ist sich Nietzsche laut eigenen Angaben jedenfalls darüber im Klaren, dass auch er in Metaphern zu Worten kommt, dass auch er die objektive Wahrheit nicht erreichen will. Er hat wie jeder andere Mensch auch, Zwecke die er so verfolgt.<br />
Hier ist dann die Stelle, wo ich meinte, dass Nietzsche inkonsistent wird, im Bezug auf seine Wahrheitsdefinition. Er redet so vom beweglichen Metaphernheer und von der Notwendigkeit des Vergessens dass es Metaphern sind, als wäre seine Wahrheit wahrer als beispielsweise die metaphysische Antwort eines Kant. Nietzsche betont sogleich, dass man ihm entgegenhalten kann und soll, er würde auch interpretieren, aber schwächt dies das Problem?<br />
Man müsste es konsequent als eine neue, alternative Beschreibungsweise eines Sprachspiels sehen, Nietzsches selbst gemachte Grundlage als nicht so grundlegend betrachten als dass sie ein objektives Fundament wären. Ein wenig so wie bei den heutigen philosophischen Bewegungen die „Wahrheit“ verabschieden wollen.<br />
Was Nietzsche aber in diesem Zusammenhang nicht thematisiert ist die Stellung von anderen Meinungen, die seiner entgegenstehen. Wie müsste er damit umgehen? Er hat ja in seiner literarischen Geschichte oftmals andere Meinungen ohne Rücksicht aus Verluste zermalmt, ohne einen Gedanken an mögliche Gleichwertigkeit der Interpretationen. Es muss für Nietzsche also wohl so etwas wie wahrere und falschere Interpretationen geben. Oder man muss ihm einfach zugestehen, dass er andere Meinungen nicht zulassen wollte oder konnte&#8230;</p>
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		<title>Wittgenstein über Wissen</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Apr 2008 23:10:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sebastian</dc:creator>
		
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		<category><![CDATA[Objektivität]]></category>

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		<description><![CDATA[„415. Ja, ist nicht der Gebrauch des Wortes Wissen, als eines ausgezeichneten philosophischen Worts, überhaupt ganz falsch? Wenn ‚wissen’ dieses Interesse hat, warum nicht ‚sicher sein’? Offenbar, weil es zu subjektiv wäre. Aber ist wissen nicht ebenso subjektiv? Ist man nicht nur durch die grammatische Eigentümlichkeit getäuscht, daß aus ‚ich weiß p’ ‚p’ folgt?
‚Ich glaube [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><p style="text-align:justify;">„415. Ja, ist nicht der Gebrauch des Wortes Wissen, als eines ausgezeichneten philosophischen Worts, überhaupt ganz falsch? Wenn ‚wissen’ dieses Interesse hat, warum nicht ‚sicher sein’? Offenbar, weil es zu subjektiv wäre. Aber ist wissen nicht ebenso subjektiv? Ist man nicht nur durch die grammatische Eigentümlichkeit getäuscht, daß aus ‚ich weiß p’ ‚p’ folgt?<br />
‚Ich glaube es zu wissen’ müsste keinen mindern Grad der Gewissheit ausdrücken. – Ja, aber man will nicht subjektive Sicherheit ausdrücken, auch nicht die größte, sondern dies, daß gewisse Sätze am Grund aller Fragen und alles Denkens zu liegen scheinen.“</p>
<p><em>Ludwig Wittgenstein – Über Gewissheit, suhrkamp</em></p>
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		<title>Über ein Paradox</title>
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		<pubDate>Thu, 03 Apr 2008 19:15:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sebastian</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[Was mich an vielen Gläubigen stört, vor allem den meisten Theologie Studenten die ich im Zuge meines Studiums treffe, ist dieses latente stille arrogante Lächeln des in der Gnade stehenden. Dieses Lächeln tritt bei denjenigen auf, die eigentlich gar nicht wissen, warum es in Sachen Religion einen Grund zur Freude gibt.
Ein wichtiger punkt des Glaubens [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><div align="justify">Was mich an vielen Gläubigen stört, vor allem den meisten Theologie Studenten die ich im Zuge meines Studiums treffe, ist dieses latente stille arrogante Lächeln des in der Gnade stehenden. Dieses Lächeln tritt bei denjenigen auf, die eigentlich gar nicht wissen, warum es in Sachen Religion einen Grund zur Freude gibt.<br />
Ein wichtiger punkt des Glaubens ist der, um es mit Kierkegaard zu sagen, paradoxe Sprung in den Glauben. Wenn Glauben im Fundament etwas mit Logik oder dem Verstehen zu tun hätte, dann hieße es Wissen und in weiterer folge Wissenschaft, und nicht Religion. Daran scheitern auch alle Gottesbeweise rein methodologisch.<br />
Wenn einem dieser Sprung über den Abgrund gelungen ist, ist man wahrhaft zu beneiden. Kierkegaard versuchte sein Leben lang, diesen Sprung zu tun, was man heute sagen kann, gelang er ihm niemals. Zumindest hat er keine Schrift dazu hinterlassen.<br />
An Kierkegaard muss ich vor allem denken, wenn ich mit einem Theologiestudenten rede(n muss), die einen dann immer gütig lächelnd anblicken, mit ein wenig Schmerz im Blick. Der Schmerz darüber, dass ich armes Schäfchen mich auf einen Irrweg (den der Philosophie) begeben habe.<br />
(Auch Klosterschwestern und Priester haben oft diesen Pathos, es ist wohl von einem lange geschulten Abwehrmechanismus, damit man sich nicht mit dem Unglauben der anderen menschlich konfrontieren muss.)</p>
<p>Diese lächelnde Gestik oder diese arrogante Geisteshaltung kann aber nur dann eintreten, wenn man zwar meint, man sei tief gläubig (was auch immer das bedeuten mag) aber den Sprung ins Paradox (noch) nicht gewagt hat. Ansonsten würde einem der Fehler sofort auffallen: Wenn Glauben etwas ist, das mit Vernunft nicht primär zu erfassen ist, warum kann man aus dem Munde dieser „Gläubigen“ dann Vernunftargumente hören? Mir scheint dieser Sorte Schwätzer liegt mehr an dem Überlegenheitsgefühl als an wirklichem Glauben. Um ein Beispiel für meinen giftigen Verdacht zu bringen: „Ich habe die Antwort auf alle Fragen, auch auf die, die du noch gar nicht stellen kannst, durch Gott gefunden. Ich habe Mitleid mit dir, dass du noch nicht so weise bist, aber keine Sorge du wirst Gottes Willen auch noch erkennen, wenn du bereit dafür bist. Du musst dich nur darauf einlassen!“</p>
<p>Glauben ist keine so einfache Aufgabe, man wartet nicht einfach bis man von der Weisheit erfüllt ist. Kierkegaard hat immer versucht zu glauben. So lange bis er vor Erschöpfung starb und er hat es seiner Meinung nach nie geschafft. Ich meine er war einer der gläubigsten Menschen die es überhaupt nur geben kann.</p></div>
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		<title>Betrachtungen eines Unzeitgemäßen</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Mar 2008 19:02:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sebastian</dc:creator>
		
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		<description><![CDATA[Friedrich Nietzsches „Unzeitgemäße Betrachtungen“ sind ein Werk, welches man stellenweise einfach mit Humor lesen muss, was aber nicht über die philosophische Tiefe und Relevanz hinwegtäuschen soll. Nietzsche beschreibt in „Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben“, der zweiten Unzeitgemäßen Betrachtung, die Umstände seiner Zeit. Genauer gesagt seinem kulturellen Umfeld in Deutschland. Die Historie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><div align="justify">Friedrich Nietzsches „Unzeitgemäße Betrachtungen“ sind ein Werk, welches man stellenweise einfach mit Humor lesen muss, was aber nicht über die philosophische Tiefe und Relevanz hinwegtäuschen soll. Nietzsche beschreibt in „Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben“, der zweiten Unzeitgemäßen Betrachtung, die Umstände seiner Zeit. Genauer gesagt seinem kulturellen Umfeld in Deutschland. Die Historie würde in Deutschland, bei den Bildungsphilistern, völlig falsch eingesetzt. Die historischen Wahrheiten sind laut Nietzsche „wahr aber tödlich“. Sie machen die „Jugendlichen“ (=die lebenskräftigen Menschen) schwach und durch ein übermäßiges Besinnen auf die bisherige Geschichte gehe ihnen die eigene Schöpfungskraft verloren. Der Mensch müsse daher, um überleben zu können, in einer ihn umgebenden „Atmosphäre des Unhistorischen“ leben. Alles Lebendige benötigt diesen geheimnisvollen Dunstkreis, dieser kann beispielsweise aus Religion aus Kunst oder aus dem Genie selbst bestehen. Doch wenn man diese Atmosphäre, dieses einmalige, unbedingte lebendige mit dem Staub der Geschichte bedeckt wird alles grau und schon einmal dagewesen.<br />
Ich meine aus dieser Sichtweise könnte man auch Nietzsches Werk und sein Denken selber betrachten. Als eines, dass eine „Wahrheit“ zugunsten des Lebens aufgibt. Und auch wenn er in seinen Werken wider aller Logik die Wahrheit verbreiten will, dass es keine Wahrheit gäbe, vielleicht muss man diesen Widerspruch in seiner absichtlich gewählten Verweigerung der Historie der Bildungsphilister sehen. Er wollte immer ein Mensch im Leben sein, kein Ironiker der alles historisch distanziert sieht und damit nicht mehr im eigentlichen Sinne ein Mensch ist, sondern eher eine hohle Bildungspuppe.</div>
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		<title>Nietzsche über Wahrhaftigkeit</title>
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		<pubDate>Sun, 23 Mar 2008 20:28:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sebastian</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Nun frage ich, ob es auch nur möglich wäre, unsre jetzigen Literaten, Volksmänner, Beamte, Politiker als Römer vorzuführen; es will durchaus nicht angehen, weil sie keine Menschen sind, sondern nur eingefleischte Kompendien und gleichsam konkrete Abstrakta. Wenn sie Charakter und eigne Art haben sollten, so steckt dies alles so tief, daß es gar nicht sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><div style="text-align:justify;">&#8220;Nun frage ich, ob es auch nur möglich wäre, unsre jetzigen Literaten, Volksmänner, Beamte, Politiker als Römer vorzuführen; es will durchaus nicht angehen, weil sie keine Menschen sind, sondern nur eingefleischte Kompendien und gleichsam konkrete Abstrakta. Wenn sie Charakter und eigne Art haben sollten, so steckt dies alles so tief, daß es gar nicht sich ans Tageslicht herauswinden kann: wenn sie Menschen sein sollten, so sind sie es doch nur für den, »der die Nieren prüft«. Für jeden anderen sind sie etwas anderes, nicht Menschen, nicht Götter, nicht Tiere, sondern historische Bildungsgebilde, ganz und gar Bildung, Bild, Form ohne nachweisbaren Inhalt, leider nur schlechte Form, und überdies Uniform.&#8221;</div>
<p><span style="font-style:italic;">aus: Friedrich Nietzsche - Vom Nutzen und Nachteil der Historie für das Leben</span></p>
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		<title>Zur Trennung von Wissen und Meinung</title>
		<link>http://parallaxe.wordpress.com/2008/03/18/zur-trennung-von-wissen-und-meinung/</link>
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		<pubDate>Tue, 18 Mar 2008 21:56:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sebastian</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Philosophie]]></category>

		<category><![CDATA[Dialog]]></category>

		<category><![CDATA[Diskurs]]></category>

		<category><![CDATA[Habermas]]></category>

		<category><![CDATA[Platon]]></category>

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		<description><![CDATA[Man stelle sich eine Diskussion im Universitären Rahmen vor. Zwei Studenten diskutieren darüber, ob und wer aller zum Studium zugelassen werden soll. Einer der Studenten meint, dass nicht jeder zum Studium zugelassen werden sollte weil sonst jeder „Unsinn“ auf der Universität ernsthaft diskutiert werden könnte. Er ist ein wenig engstirnig und denkt bei „Unsinn“ zum [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><div align="justify">Man stelle sich eine Diskussion im Universitären Rahmen vor. Zwei Studenten diskutieren darüber, ob und wer aller zum Studium zugelassen werden soll. Einer der Studenten meint, dass nicht jeder zum Studium zugelassen werden sollte weil sonst jeder „Unsinn“ auf der Universität ernsthaft diskutiert werden könnte. Er ist ein wenig engstirnig und denkt bei „Unsinn“ zum Beispiel an die Gender Forschung, die Tierethik und ähnliches. Sein Kollege, der anderer Meinung ist, ist langsam verzweifelt – keines seiner objektiv logischeren Argumente kann zu seinem Gesprächspartner durchdringen.<br />
Diese Situation ist wahrscheinlich jedem schon einmal in irgendeiner Form passiert. Der engstirnige Student hätte sich in dieser Situation, laut Habermas, eines performativen Selbstwiderspruches schuldig gemacht. Denn er setzt selber voraus, dass au der Universität jeder „Unsinn“ besprochen werden darf, sonst könnte er seine Meinung ja gar nicht vertreten. Man könnte ihn darauf hinweisen, aber ich nehme an, dass dieser Hinweis eines der Argumente wären, die zwar als gut und logisch befunden würden, aber trotzdem nichts ausrichten würden. Denn der Engstirnige wird wahrscheinlich entweder sagen, dass seine Meinung ja nicht auf der selben Stufe steht mit dem „Unsinn“ der anderes, seine Aussage ist ja wahr. Oder er würde ganz einfach sagen, dass jemand, der eine andere Meinung vertritt einfach nicht klug genug ist, seinen Gedanken nachzuvollziehen.<br />
Habermas müsste darauf bestehen, dass sich alle Meinungen vor einem objektiven Wahrheitshintergrund erst als Wissen beweisen müssten, die sodann, nach bestandener Prüfung, als wahr gelten können. Beide Seiten der Diskussion werden (wie es in Diskussionen üblich ist) annehmen, sie seien auf diesem objektiv neutralen Boden und ihre Meinung somit objektiv wahres Wissen und der andere habe strikt Unrecht.<br />
Wenn Habermas meint, dass jeder Diskussionsteilnehmer der Vernunft des besseren Arguments nachgeben muss (am besten noch in einem herrschaftsfreien Diskurs), dann ist das eine sehr romantische Vorstellung einer Diskussion, die in den seltensten Fällen (ich bin versucht „nie“ zu sagen) stattfindet. Im Großteil aller Fälle führt die „objektive Wahrheit“ nur zu zwei Positionen die je von der „Hochburg der Wahrheit“ den anderen mit ihrem Wissen frontal anpredigen. Ein Dialog findet hierbei nicht mehr statt, es geht nicht um Wissensvermehrung sondern darum, Recht zu behalten. Wenn überhaupt Dialog, dann ein Platonischer, in dem Einer (zumeist Sokrates) sagt wo es langgeht und sich beiläufig, wie beispielsweise im Dialog Kratylos, von seiner eigenen Weisheit erstaunt zeigt.<br />
Was könnte man tun um aus Streitgesprächen vermehrt Dialoge zu machen?</div>
<div align="justify"></div>
<div align="justify">[Als Ergänzung/Weiterführung dazu:  <a href="http://parallaxe.wordpress.com/2007/12/27/rorty-uber-herrschaftsfreien-diskurs/" target="_blank">Zitat von Rorty</a>]</div>
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		<title>Rorty über den Ethos des Philosophen</title>
		<link>http://parallaxe.wordpress.com/2008/03/10/rorty-uber-den-ethos-des-philosophen/</link>
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		<pubDate>Mon, 10 Mar 2008 19:57:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>sebastian</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Zitate]]></category>

		<category><![CDATA[Analytische Philosophie]]></category>

		<category><![CDATA[Neopragmatismus]]></category>

		<category><![CDATA[Rorty]]></category>

		<category><![CDATA[Wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[„Dichter und Romanciers hatten nun anstelle der Prediger und Philosophen die Aufgabe der moralischen Erziehung der Jugend übernommen. Infolgedessen entfernte sich die Philosophie um so mehr von der übrigen Kultur und erschien in ihrer hergebrachten Anmaßung umso absurder, je ‚wissenschaftlicher’ und ‚strenger’ sie wurde. Versuche von seiten der analytischen Philosophen und der Phänomenologen, dies zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class='snap_preview'><br /><div align="justify">„Dichter und Romanciers hatten nun anstelle der Prediger und Philosophen die Aufgabe der moralischen Erziehung der Jugend übernommen. Infolgedessen entfernte sich die Philosophie um so mehr von der übrigen Kultur und erschien in ihrer hergebrachten Anmaßung umso absurder, je ‚wissenschaftlicher’ und ‚strenger’ sie wurde. Versuche von seiten der analytischen Philosophen und der Phänomenologen, dies zu ‚begründen’ oder jenes zu ‚kritisieren’, stießen bei den Betroffenen, deren Tätigkeiten vermeintlich begründet oder kritisiert wurden, auf bloßes Achselzucken.“</div>
<p><i>aus: Richard Rorty - Der Spiegel der Natur. Eine Kritik der Philosophie, Suhrkamp</i></p>
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