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	<title>Kommentare zu: Objektivität</title>
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		<title>Von: sebastian</title>
		<link>http://parallaxe.wordpress.com/2008/02/06/objektivitat/#comment-82</link>
		<dc:creator>sebastian</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Feb 2008 12:46:29 +0000</pubDate>
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		<description>Ja das stimmt schon, der Vorwurf des kontradiktorischen Selbstwiderspruches wurde oft an Rorty herangetragen, unter anderem von Habermas. Rorty begegnet dem eher salopp, er sagt, dass man hier nicht nur mit Vernunft arbeiten kann und dass ihn das einfach nicht überzeugt. Wohlwollende Leser werden dieses Problem eher &quot;Rortyanisch&quot; sehen, kritische eher mit Habermas argumentieren. Ich bin eher der ersten Meinung, dass diese Erklärungsmetohde enormes rhetorisches Potential hat. Mir gefällt einfach die geistige Beweglichkeit der ganzen Sache und die Idee die dahinter steht.
Aber das muss ja nicht jedem so gehen. (Ich glaube, Rorty würde den letzten satz unterschrieben haben)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ja das stimmt schon, der Vorwurf des kontradiktorischen Selbstwiderspruches wurde oft an Rorty herangetragen, unter anderem von Habermas. Rorty begegnet dem eher salopp, er sagt, dass man hier nicht nur mit Vernunft arbeiten kann und dass ihn das einfach nicht überzeugt. Wohlwollende Leser werden dieses Problem eher &#8222;Rortyanisch&#8220; sehen, kritische eher mit Habermas argumentieren. Ich bin eher der ersten Meinung, dass diese Erklärungsmetohde enormes rhetorisches Potential hat. Mir gefällt einfach die geistige Beweglichkeit der ganzen Sache und die Idee die dahinter steht.<br />
Aber das muss ja nicht jedem so gehen. (Ich glaube, Rorty würde den letzten satz unterschrieben haben)</p>
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		<title>Von: Leuchtspur</title>
		<link>http://parallaxe.wordpress.com/2008/02/06/objektivitat/#comment-81</link>
		<dc:creator>Leuchtspur</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Feb 2008 09:53:51 +0000</pubDate>
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		<description>Irgendwie ist dieser Rortysche Ansatz (Aufgeben der Frage nach der Wahrheit) letztlich nicht stimmig, da seine ganzen Überzeugungsversuche doch mit dem Anspruch wahr zu sein an den Leser herangetragen werden. Es ist irgendwie widersprüchlich.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendwie ist dieser Rortysche Ansatz (Aufgeben der Frage nach der Wahrheit) letztlich nicht stimmig, da seine ganzen Überzeugungsversuche doch mit dem Anspruch wahr zu sein an den Leser herangetragen werden. Es ist irgendwie widersprüchlich.</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: sebastian</title>
		<link>http://parallaxe.wordpress.com/2008/02/06/objektivitat/#comment-80</link>
		<dc:creator>sebastian</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Feb 2008 23:59:51 +0000</pubDate>
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		<description>Zu erst einmal: Danke : )
Das Problem von Putnam ist, laut Rorty, dass er auf halbem Wege stehen geblieben ist. Die ganze Philosophiegeschichte, also der der Metaphysik, beschäftigt sich damit, „Essenzen“ zu finden, das was „wirklich“ ist. Putnam sieht zwar ein, dass es „nur den Dialog“ gibt, fällt aber in das metaphysische Essenzdenken zurück, durch den „objektiven Hintergrund“ der bei ihm eben als normative Größe installiert ist.

Rorty, und damit komme ich auf den Hinweis zu Nietzsches „wahrheitslose Wahrheit“, will das ganze System unterlaufen: durch eine Trennung von Öffentlichem und Privaten. 
Er schreibt in „Kontingenz, Ironie, Solidarität“, dass seine Vorstellung des idealen Menschen eine liberale Ironikerin ist (er behält die weibliche Form nicht immer bei). Ironiker sind für Rorty die Menschen, die es in voller Konsequenz verstehen, dass ihr Denken Kontingent, das heißt in gewissem Sinne relativ ist. Dadurch stehen sie zu ihrer Ansicht in gewisser Distanz, ihr Lebensziel ist eine selbstschöpferische Selbstbeschreibung. Rorty meinte, dass Nietzsche der erste war, der dies probierte, aber einen Fehler machte, als der diese ironische Distanz auch auf die Sphäre des Öffentlichen ausbreiten wollte – Selbstschaffung, so Rorty, ist eine Angelegenheit des Privaten. (Im Öffentlichen Raum soll Solidarität das für die Ethik leisten, was früher Essenz leistete, aber das führt zu weit vom Thema weg).
Rorty beschreibt weiters, dass für einen sich selbst schöpfenden Ironiker die Aussage „Es gibt keine Wahrheit“ eine Frage ist, die man nicht mehr stellt. Rorty (und so auch Nietzsche) wollten keine neue Metaphysik platzieren, sondern neue Fragen stellen und alte vergessen. Das ist vor allem die Arbeitsweise Rortys. 
Für einen liberalen Ironiker stellt sich die Frage nach der Wahrheit gar nicht, so wie sich für den Christen im Mittelalter sich die Frage nach den Gründen für sein Christ-sein nicht stellten. Ich hoffe es einigermaßen verständlich dargestellt zu haben, es handelt sich durch den Gestus der radikalen „Andersheit des Themas“ für mich um ein schweres Gebiet.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zu erst einmal: Danke : )<br />
Das Problem von Putnam ist, laut Rorty, dass er auf halbem Wege stehen geblieben ist. Die ganze Philosophiegeschichte, also der der Metaphysik, beschäftigt sich damit, „Essenzen“ zu finden, das was „wirklich“ ist. Putnam sieht zwar ein, dass es „nur den Dialog“ gibt, fällt aber in das metaphysische Essenzdenken zurück, durch den „objektiven Hintergrund“ der bei ihm eben als normative Größe installiert ist.</p>
<p>Rorty, und damit komme ich auf den Hinweis zu Nietzsches „wahrheitslose Wahrheit“, will das ganze System unterlaufen: durch eine Trennung von Öffentlichem und Privaten.<br />
Er schreibt in „Kontingenz, Ironie, Solidarität“, dass seine Vorstellung des idealen Menschen eine liberale Ironikerin ist (er behält die weibliche Form nicht immer bei). Ironiker sind für Rorty die Menschen, die es in voller Konsequenz verstehen, dass ihr Denken Kontingent, das heißt in gewissem Sinne relativ ist. Dadurch stehen sie zu ihrer Ansicht in gewisser Distanz, ihr Lebensziel ist eine selbstschöpferische Selbstbeschreibung. Rorty meinte, dass Nietzsche der erste war, der dies probierte, aber einen Fehler machte, als der diese ironische Distanz auch auf die Sphäre des Öffentlichen ausbreiten wollte – Selbstschaffung, so Rorty, ist eine Angelegenheit des Privaten. (Im Öffentlichen Raum soll Solidarität das für die Ethik leisten, was früher Essenz leistete, aber das führt zu weit vom Thema weg).<br />
Rorty beschreibt weiters, dass für einen sich selbst schöpfenden Ironiker die Aussage „Es gibt keine Wahrheit“ eine Frage ist, die man nicht mehr stellt. Rorty (und so auch Nietzsche) wollten keine neue Metaphysik platzieren, sondern neue Fragen stellen und alte vergessen. Das ist vor allem die Arbeitsweise Rortys.<br />
Für einen liberalen Ironiker stellt sich die Frage nach der Wahrheit gar nicht, so wie sich für den Christen im Mittelalter sich die Frage nach den Gründen für sein Christ-sein nicht stellten. Ich hoffe es einigermaßen verständlich dargestellt zu haben, es handelt sich durch den Gestus der radikalen „Andersheit des Themas“ für mich um ein schweres Gebiet.</p>
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		<title>Von: Leuchtspur</title>
		<link>http://parallaxe.wordpress.com/2008/02/06/objektivitat/#comment-77</link>
		<dc:creator>Leuchtspur</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 06 Feb 2008 08:53:02 +0000</pubDate>
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		<description>Das ist ein interessanter Beitrag!
Ein Aspekt:Wenn Metaphysik die Frage nach der Wahrheit ist, dann geht es auch heute noch um Metaphysik, so scheint mir. Der ideale Schlußpunkt von dem Putnam spricht entspricht doch wohl der Wahrheit. Und das man über eine konkrete Wahrheit nur intersubjektiv Klarheit gewinnt, kann man wohl getrost unterschreiben.
Der völlig konträre Standpunkt ist  der Nietzsches, nachdem es keine Wahrheit gibt (ein wohl selbstwidersprüchlicher Satz).
In der mittelalterlichen Philosophie war Gott das Wahre und damit auch der Ankerpunkt für die Überzeugung, daß es Wahrheit gibt. Mich würde interessieren, wo Putnam den idealen Schlusspunkt den festmacht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Das ist ein interessanter Beitrag!<br />
Ein Aspekt:Wenn Metaphysik die Frage nach der Wahrheit ist, dann geht es auch heute noch um Metaphysik, so scheint mir. Der ideale Schlußpunkt von dem Putnam spricht entspricht doch wohl der Wahrheit. Und das man über eine konkrete Wahrheit nur intersubjektiv Klarheit gewinnt, kann man wohl getrost unterschreiben.<br />
Der völlig konträre Standpunkt ist  der Nietzsches, nachdem es keine Wahrheit gibt (ein wohl selbstwidersprüchlicher Satz).<br />
In der mittelalterlichen Philosophie war Gott das Wahre und damit auch der Ankerpunkt für die Überzeugung, daß es Wahrheit gibt. Mich würde interessieren, wo Putnam den idealen Schlusspunkt den festmacht.</p>
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